Reiseberichte
Bericht zur Tour NOMAD

© aj,Markakol
14 Leute aus Berlin, Köln, Heidelberg und Ontario in Kanada hatten sich am 20. Juli aufgemacht, gemeinsam den Altaj (auf der kasachstanischen Seite) zu entdecken - per Allrad-"Bus" vom Typ KAMAZ, zu Pferd und zu Fuß - und mit Hilfe von ECOSYSTEM, einem kleinen Reiseveranstalter in Öskemen im Altaj-Vorland.
Ein gewagtes Experiment, denn die meisten kannten weder den Altaj, noch ECOSYSTEM, noch sich untereinander. (Es sei vorausgestellt, dass das Experiment als geglückt gelten darf, und das, obwohl sich in der Gruppe vegetarische und nichtvegetarische Interessen kreuzten!)
Im Folgenden sollen einige von ihnen zu Wort kommen:
Ortrun (34, Abwechslung vom Alltag gesucht – und gefunden)
© kt, Reiter und Radfahrer
… woran ich mich sehr oft erinnere, ist unser letzter Ausflug zu Pferd ganz hoch auf den Gipfel. Als wir so seitlich am Hang entlang ritten, war mir doch recht bange aufgrund meiner Höhenangst.
Ich dachte, wenn das Pferd hier stolpert, dann geht´s ab in die Tiefe und das überleben wir beide nicht. Und gleichzeitig war ich ungeheuer glücklich, der Blick über die Berge so faszinierend..., dass ich mich wie ein Vogel fühlte, der gleich abhebt, um im stundenlangen Flug langsam ins Tal zu gleiten... Hoffentlich bleibt dieses Bild in mir noch lange lebendig!
Nina (40, passionierte Globetrotterin)
Sehr geehrte Frau Schreiber,
ich möchte mich bei Ihnen ganz herzlich für die im Sommer des Jahres 2003 durchgeführte Trekkingreise nach Kasachstan bedanken. Die Tour Nomad war in jeder Hinsicht ein angenehmes unvergeßliches Erlebnis.
© bl, Jazjowoje-See
Mit der entspannenden Zugreise von Almaty durch die Steppenlandschaft, vorbei an Seen und typischen Dörfern bis in den Nordosten nach Ust-Kamenogorsk ist eine sanfte Einreise in die kasachische Welt gelungen. Die Rundreise mit Andrej von EcoSystem bot ein Highlight nach dem anderen. Die atemberaubenden Landschaftsformen, ob Wüsten, Gebirge oder Birkenwäldchen, waren für mich das schönste Gut dieses Landes. Gleichermaßen konnte man sich aber auch über die fürsorgliche Begleit-Crew freuen, die höchst hilfsbereit auf alle Wünsche einging. Ob es nun um Ausflugstips ging, besondere Essens-Wünsche, Unterstützung beim Zeltaufbau oder Flexibilität bei der Zeiteinteilung - ich fühlte mich jederzeit nicht nur gut aufgehoben, sondern wirklich bestens umsorgt. Großzügig teilte unser Reiseleiter Andrej Geschichten und Anekdoten über Land und Leute mit uns und trug auch damit zum Kasachstan-Erlebnis bei.
© ds, Jurtenlager
Ich genoß ganz besonders die malerischen, einsamen Orte, an denen allabendlich das Camp aufgebaut wurde, immer an einem Gewässer, so daß das leichte Plätschern von Bergbächen zur gewohnten (und jetzt vermißten) Begleitmelodie wurde. Die Altaj-Tour bietet eine Vielfalt an Sehenswürdigkeiten und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Fahrzeiten und Ausflugstagen. Der Vogelreichtum in Kasachstan ist beeindruckend. Mir als Laien fielen die überall kreisenden Raubvögel aller Größen auf. Ein Höchstgenuß für mich und die anderen Pferdeliebhaber waren die Tage im Jurtenlager, an denen wir ganztägige Reitexkursionen ins Gebirge bis auf 2000 Höhenmeter unternahmen. Die verschwenderische Alpen-Flora mit Enzian und Edelweiß ließ keinen unberührt, während es die Fauna erst zu entdecken galt. Murmeltiere, Hasen und Kaninchen waren mit der Zeit überall zu entdecken - und am Ende erschien ein leibhaftiger Bär auf einer Waldlichtung im Sarymsakti-Gebirgszug.
© aj, Bjelucha
Daß die Nomad-Tour ein voller Erfolg wurde, liegt also zum einen an dem interessanten Land mit seiner langen Geschichte, an seiner Kultur und den Menschen, an den bezaubernden, magischen Orten und Landschaften. Zum anderen war Ihre hervorragende Organisation maßgeblich für das Gelingen verantwortlich, weil Sie alles wunderbar miteinander kombiniert und mir Kasachstan auf sehr einfühlsame Weise nahegebracht haben. Ich freue mich schon auf das nächste Abenteuer mit "Kasachstanreisen".
Nina Binder - Berlin im September 2003
Tim (12 Jahre, Trekkingerfahrung aus dem Tien Schan, sozusagen Opfer der Wanderwut seiner Mutter):
Die Landschaften sind toll. Überhaupt ist es außerhalb der Städte richtig schön. Das Jurtenlager hat mir besonders gefallen, auch, weil da so viele Tiere waren. Vor allem lustige Hunde - die brauchen die Leute dort wegen der Wölfe, die im Winter ganz dicht an die Dörfer rankommen. Das mit den zwei langen Wanderungen fand ich etwas übertrieben.
Toni (15 Jahre, wie Tim trekkinggeprüft, motiviert durch ausgeprägte Liebe zu Pferden):
Mit Abstand am besten hat mir das Reiten gefallen. Ich finde es besonders schön, mir die faszinierenden Landschaften vom Pferderücken aus anzugucken, weil man sich da viel mehr auf die eigentliche Schönheit der Natur konzentrieren kann. Übrigens ist es dort toll zum Gallopieren, weil die Pferde einfach alles mitmachen. Was mich auch noch besonders begeistert hat, war die Gastfreundschaft der Leute. Wo man hinkommt, wird man eingeladen - das vermisse ich hier ein bisschen.
Dagmar (40 Jahre, Anstifterin der Reise):
Trotzdem ich mich die ganze Zeit in der Verantwortung für 13 Leute fühlte, war der Urlaub für mich wirklich Urlaub. Eine perfekt gemischte Gruppe aus West-Ost-Männer-Frauen-"Alte"-Junge-Persönlichkeiten, die sich trotz (oder wegen) gewollter spartanischer Reisebedingungen fast nie auf die Nerven gingen. Mich hat wieder beeindruckt, wie vielgestaltig und menschenleer diese Landschaft ist, wie sauber die Luft weitab der Zivilisation sein kann ("Kultur"-Schock bei der Rückkehr nach Berlin!), wie man bei einem Outdoor-Urlaub (nicht zuletzt mit Hilfe der lokalen Begleiter) erfährt, aus wenig viel zu machen. Fisch, Honig, Pilze, Beeren, Kräuter im Überfluss - ein Schlaraffenland. Und: Ich habe zufällig und ungewollt gelernt, auf einem Pferd zu galoppieren - das war das Größte!
Für alle Nachahmer: Bei Zugfahrten an den Haltepunkten und Bahnhöfen nie weiter als 5 Meter vom Waggon weggehen - und den Zug gut im Auge behalten. Mein Ding ist das Aufspringen auf fahrende Züge jedenfalls nicht ...



