Tour HERBSTVOGELZUG IN SÜDKASACHSTAN
Aksu Zhabagly, Schakpak, Altyn Emel´

© ds, Abendlicht auf dem Talasskij Alatau
Im äußersten Süden Kasachstans liegt das älteste Naturschutzgebiet in ganz Mittelasien, das 1926 gegründete Reservat Aksu-Zhabagly, begrenzt vom einem Hochgebirgskamm des Tien Schan, dem Turkistan Alatau, und dem Karatau, einem in die Steppe und Wüste hineinragenden Mittelgebirgsausläufer. Die Mannigfaltigkeit der Landschaft bringt auch einen großen Artenreichtum an Tieren und Pflanzen hervor.
Auf 850 Quadratkilometern wird hier eine einzigartige Flora und Fauna geschützt. Von den über 1400 hier vorkommenden Pflanzenarten sind 27 endemisch. Zahlreiche Urformen bekannter Gartenblumen stammen von hier, darunter zwei berühmte Tulpenarten, die tulipa greigi und die tulipa kaufmanniana, Lilien, Krokusse, Blausterne, Schachblumen. Mandel- und Pistazienbäume wachsen in den Tälern. Von den 238 im Reservat beheimateten Vogelarten sind neun in der Roten Liste Kasachstans als vom Aussterben bedroht eingetragen: zum Beispiel Steinadler, Bartgeier, Paradiesfliegenschnäpper und der legendäre „blaue Vogel“, die Bachpfeifdrossel.

© jb, Karatau
Der Ort Zhabagly, ein grünes Dorf von 1500 Einwohnern, in dem auch die Verwaltung das Reservats ihren Sitz hat, liegt am Kreuzungspunkt des Höhenzuges Talasskij Alatau, des nordwestlichsten Kammes des Tien Schan, und des Karatau. Diese Lage macht den Ort zu einem idealen Ausgangspunkt für Wanderungen, Ausritte und Jeeptouren in beide Richtungen.
Ein Glücksfall für Reisende ist das Vorhandensein eines hübschen Gästehauses namens „Zhenjas & Ljudas boarding house“ im Ort. Bei Zhenja und Ljuda kann man aber nicht nur schattig und ruhig wohnen und ausgezeichnet essen. Hier gibt es für Naturfreunde auch eine gute Bibliothek, freundliche und interessante Gespräche, und die Hauptsache:
Es werden maßgeschneiderte Wander-, Reit- oder Jeep-Exkursionen in die nähere und weitere Umgebung mit einem Radius von 250 Kilometern organisiert. Zhenja ist Ornithologe und Ljuda Botanikerin, beide sind erfahrene und angenehme Reisebegleiter. Während Ihres zwölftägigen Aufenthaltes werden Sie Abstecher in die Karatau-Berge, zu den Steppenseen, in die Wüsten Mojynkum oder Kyzylkum, zur Vogelberingungsstation Schakpak und natürlich in das Reservat machen.

© ll, Steppenkiebitz
Jedes der vielen Täler ist einzigartig schön, ob es nun der Koksaj, der Darbaza, der Kschy-Kajindy oder einer der anderen wilden Flüsse ins Gebirge geschnitten hat. Vom Oberlauf des Sajram-Su hat man gute Ausblicke auf den höchsten Gipfel des Gebirges, den Sajramskij Peak. Ein Abstecher zum Canyon des Aksu-Flusses mit seinen schroffen Karstgebilden, Höhlen und Wasserfällen ist ein Muss. Übernachtet wird bei Mehrtagestouren in einem Feldlager auf 1800 Meter Höhe, in einem Häuschen sowie in Jurten. Dusche und Toilette sind auch hier vorhanden; an der kulinarischen Versorgung werden selbst hier oben keine Abstriche gemacht.
Diese Tour sei nicht nur für Ornithologen empfohlen, sondern bietet allen Naturfreunden etwas. Die Gruppe kann ggf. geteilt werden, so dass sowohl Ornithologen als auch Reisende mit breiter gestreutem Interesse auf ihre Kosten kommen. Auf Wunsch der Gäste können markante Punkte der Großen Seidenstraße besichtigt werden: die legendäre Grabmoschee Hodzha Achmed Jassawi in Turkistan, die Ruinen von Otrar und Sauran. Kasachische Reiter- und Ringerwettkämpfe in Zhabagly runden das Programm ab.
Dauer: 14 Tage, davon 9 Tage Aufenthalt in Aksu-Zhabagly und 3 in Altyn Emel´

© ll, Mohrenlerche
Termin 2004: voraussichtlich 5. bis 19. September (in Abhängigkeit vom Flugplan)
Körperliche Anforderungen: ohne Einschränkung
Teilnehmerzahl: 6 bis 12 (bei 4 bis 5 Zuzahlung von 110 €)
Klima: Mitte September ist in Südkasachstan Spätsommer, sonniges, trockenes Wetter überwiegt, Tagestemperaturen von 25°C sind keine Seltenheit. Nachts wird es angenehm kühl, in höheren Lagen kann bereits Frost auftreten.
Empfohlene Ausrüstung: Kleidung für warmes und kühles Wetter (von 0°C bis +25°C), bequeme Hose für Reitausflüge, Wanderschuhe, wasser- und winddichte Oberbekleidung für die Gebirgstouren.
Sonnenbrille und Sonnencreme, Mittel gegen Mücken, ggf. Schlafsack.
Leistungen:

© ll, Ornithologen im Tengiz Reservat
- Transfer vom Flughafen Almaty zum Hotel,
- ÜF im Dreisterne-Hotel, Exkursion durch Almaty,
- Zugfahrt nach Zhabagly, Transfer zum Gästehaus,
- 8 ÜN und Vollpension in „Zhenjas & Ljudas boarding house“ bzw. im Feldlager
- Rückfahrt mit dem Zug nach Almaty,
- Dreitagesexkursion per Bus in den Nationalpark Altyn Emel´, Gebühren für den Nationalpark, 3 ÜN im Gästehaus
- Transfer nach Almaty, ÜN im Dreisterne-Hotel, Transfer zum Flughafen,
- alle Ein- und Mehrtagesexkursionen laut Programm,
- deutschsprachige Reiseleitung,
- Hilfestellung bei der Beschaffung von Visum, Flugticket und Auslandskrankenversicherung,
- Komplette Reiseunterlagen
Örtliche Reiseleitung: „Zhenjas & Ljudas boarding house“, „Asia Discovery“
Preis: 1040 € (enthalten sind alle o.g. Leistungen)
Nicht im Preis enthalten:
- Flugticket (je nach Komfortwunsch ab 700 €)
- Visum und polizeiliche Anmeldung in Kasachstan (60 €)
- Reisekrankenversicherung (ab 10 €)

© ll, Feldrohrsänger bei der Beringung

© jb, Schelladler

© ll, Vogelzug in Korgal'zhin

© ll, Adlerbussard

© jb, Zhusaly

© jb, Aksu

© ll, Steppenadler auf dem Ansitz
Reiseverlauf
| Tag | Beschreibung |
|---|---|
| 1 | Ankunft in Almaty. Transfer zum Flughafen, Unterbringung im Hotel „KazZhol“, Stadtrundfahrt |
| 2 | Frühstück im Hotel. Stadtrundgang und Besuch eines kasachischen Pferderennens (alternativ: Greifvogelaufzuchtstation Sunkar) Abends Transfer zum Bahnhof, Fahrt im Schlafwagen nach Tjulkubas. |
| 3 | Transfer von Tjulkubas nach Zhabagly, Frühstück und Bezug des Gästehauses. Exkursion zum Canyon des Flusses Aksu. Der 76 Kilometer lange Canyon bildet die Westgrenze des Naturreservates. Die hier vorherrschenden Karstformationen gaben ein gutes Material für die Schaffung einer abwechslungsreichen Folge von bis zu 600 Meter hohen Steilwänden, Durchbrüchen, Höhlen und Wasserfällen. Wir haben die Gelegenheit, im oberen Teil des Canyons zahlreiche Greifvögel zu beobachten. |
| 4 | Exkursion in die Karatau-Berge ins Berkara-Tal, wo eine seltene Eschenart malerische Wäldchen bildet und ein klarer Bach munter plätschert. Hier gibt es die einzige Population von Paradies-fliegenschnäppern nördlich des Himalaja. Picknick während des Ausfluges. |
| 5 | Exkursion ins Koksaj-Tal und zum Stausee von Ters-Aschimbulak. Beobachtung der zahlreichen heimischen und aus Nordkasachstan / Sibirien durchziehenden Wasservögel an den offenen und gut zugänglichen Uferabschnitten. Besuch der Vogel-Beringungsstation Schakpak. Sie können die Wissenschaftler beim Begehen der Netze begleiten und beim Beringen der Vögel dabeisein. Alternativ: Tagesexkursion zu den Ruinen von Otrar, der Grabmoschee Aristan Bab und nach Turkistan zur eindrucksvollen Pilgerstätte der Kasachen, der Grabmoschee Hodzha Achmed Jassawi (Aufpreis: 20 €) |
| 6 | Exkursion zu Pferd durch die Täler Zhetimsaj und Kschi Kajindy zum Feldlager im Tal Ul´ken Kajindy. Um diese Zeit sind auch zahlreiche Greifvögel unterwegs. Sie reiten durch Wacholderwälder und über herrliche Gebirgswiesen mit phantastischer Aussicht. Das Reiten ist auch für Anfänger kein Problem, die Kasachenpferde sind sehr ruhig und trittsicher, das Tempo der Tour ist gemäßigt. Übernachtung im Feldlager. |
| 7 | Ausritt zum Hochtal Kaskabulak. Herrliche Gebirgswiesen und (auf 3275 Meter Höhe!) eine beachtliche Galerie von jahrtausendealten Steingravuren. Bisweilen werden hier oben die seltenen Argali-Schneeschafe beobachtet. ÜN im Feldlager. |
| 8 | Ausritt zum Pass Kschi Kajindy (2975 Meter). Sie haben eine wunderbare Panoramasicht auf den Kamm des Turkistan Alatau und vor allem den Bugulytor (3918 Meter). Vielleicht erspähen wir einen der scheuen Isabell-Braunbären. Unterwegs Picknick. ÜN im Feldlager. |
| 9 | Rückkehr aus dem Feldlager ins Gästehaus, der Weg führt nun rückwärts durch die Täler Ul´ken Kajindy, Kschi Kajindy und Zhetimsaj. Besuch des Nationalpark-Museums. |
| 10 | Exkursion zu den Steppenseen Bilikol´ und Taskol´. Der Bilikol´ ist stark verschilft, entsprechend kann man hier häufig Steppen- und Rohrweihen beobachten, Weiß- und Schwarzstorch und viele Rallenvögel kommen vor, zahlreiche Singvogelarten bevölkern das Schilf. Der Taskol´ hingegen ist ein offener See, an dem sich vor allem Limikolen, Möwen und Seeschwalben tummeln. Rückkehr ins Gästehaus, nach dem Abendessen Abfahrt nach Almaty. |
| 11 | Ankunft in Almaty. Transfer durch Steppe und Wüste zum Nationalpark Altyn Emel´. Unterwegs Besichtigung der Felsmalereien am Ufer des Steppenflusses Ili. ÜN im Gästehaus der Nationalparkverwaltung. |
| 12 | Exkursion zur Singenden Düne und zum Tal Kyzyl Auyz. Mit großer Wahrscheinlichkeit sehen wir unterwegs neben den zahlreichen Greifvogelarten auch Kulane (Wildesel) und Dzhejrane (Kropfgazellen). ÜN im Gästehaus. |
| 13 | Exkursion zu den Roten und Weißen Bergen, bizarren Gipsformationen in der kargen Wüstenlandschaft. ÜN im Gästehaus. |
| 14 | Transfer nach Almaty. Unterbringung im Hotel. Möglichkeit zum Einkaufsbummel. Abschieds- abendessen in einem kasachisch-usbekischen Restaurant. Nachts Transfer zum Flughafen, Abreise nach Deutschland. |
(In Abhängigkeit vom Wetter kann es zu geringfügigen Programmänderungen kommen.)