Ornithologische Reisen

© ll, Vogelzug in Korgal'zhin
In Kasachstan kommen 480 Vogelarten vor, Bewohner fast aller Habitate von der Wüste bis zur alpinen Zone der Hochgebirge. Einige Gebiete des Landes sind wahre Vogelparadiese, zum Beispiel die „großen Seen“ des Gebietes Kostanaj, die Seen der Alakol´-Senke, die Reservate Altyn Emel´ und Aksu-Zhabagly und vor allem die größte Wasserfläche der kasachischen Steppe, das Tengiz-Korgal´zhiner Seengebiet.
Hier, an der Kreuzung zweier wichtiger Vogelzugwege: des eurasisch-afrikanischen und des zentralasiatisch-indischen Migrationsweges, soll ein UNESCO-Biosphärenreservat eingerichtet werden. Bisher steht ein Gebiet von 3.000 Quadratkilometern wegen seiner einmaligen Fauna und Flora unter staatlichem Schutz.
Geldmangel in der Verwaltung führt oft dazu, dass die Schutzgebiete nicht ausreichend bewacht werden können, so dass es immer wieder zu Eingriffen kommt, deren schlimmste Form unkontrollierte Jagd ist. Mit naturnahem, kontrolliertem Tourismus sollen alternative Einnahmenquellen für die Bevölkerung erschlossen werden.
Angebote ornithologischer Reisen
- Wiederholung im Mai 2007: Nördlicher Tien Schan, Aksu-Zhabagly und Schakpak, Tengiz-See
- Wiederholung im September 2007: Herbstvogelzug in Südkasachstan: Aksu-Zhabagly, Schakpak und Altyn Emel´
- Termine auf Anfrage: Tengiz und Korgal´zhiner Seen
- Termine auf Anfrage: Altyn Emel´ und Nördlicher Tien Schan
- Termine auf Anfrage: Die Seen der Alakol´- Senke
Aksu-Zhabagly und Schakpak

© ll, Feldrohrsänger bei der Beringung
Hunderttausende Vögel wählen für ihren jährlichen Frühjahrs- und Herbstzug das Gebiet des Karatau. Das tun sie mitnichten wegen der schönen Aussicht, sondern aus rein praktischen Beweggründen. Die Windverhältnisse hier sind günstig. Und nördlich des Karatau, wo die in den Bergen entspringenden Flüsschen dem Talas zustreben, ihn aber nur nach der Schneeschmelze erreichen, gibt es mehrere große Seen in der Steppe.
Hier machen viele der Zugvögel Rast. Wer das vielstimmige Kreischen von Wasservögeln, den eleganten Flug der Seeschwalben und die Romantik von Pferdeherden am Wasser mag, sollte sich einen Ausflug zu den Seen Bajkumgur, Akzhajkyn, Akzhar, Aschykol´, Akkol´ oder Bijlikol´ nicht entgehen lassen.
Unweit vom Pass Schakpak liegt die berühmte gleichnamige Vogelberingungsstation. An diesem Ort wurden in den letzten 35 Jahren zwei Millionen Vögel 150 verschiedener Arten beringt. Die Station liegt genau in der Schneise des Vogelzugs, an einem Ort, wo vor allem im Frühjahr und im Herbst wegen der heftigen Winde die Vögel niedrig fliegen müssen – und dann unweigerlich in die großen Fangnetze geraten. Aus jenen werden sie von erfahrenen Ornithologen behutsam befreit, bestimmt, registriert, beringt und wieder freigelassen. Interessante Rückschlusse auf Richtung und Stärke des Vogelzuges und auf die Stärke der Vorkommen sind so möglich.
In unmittelbarer Nachbarschaft beginnt das Naturreservat Aksu-Zhabagly, des ältesten Reservats in ganz Mittelasien. Auf 850 Quadratkilometern wird hier seit 1926 eine einzigartige Flora und Fauna geschützt. Von den über 1.400 hier vorkommenden Pflanzenarten sind 27 endemisch. Zahlreiche Urformen bekannter Gartenblumen stammen von hier. Von den 238 im Reservat beheimateten Vogelarten sind neun in der Roten Liste als vom Aussterben bedroht eingetragen: zum Beispiel Steinadler, Bartgeier und der legendäre „blaue Vogel“, die Purpurpfeifdrossel.
Der Ort Zhabagly mit dem Gästehaus „Zhenjas & Ljudas boarding house“ ist Ausgangspunkt für zahlreiche ornithologische, naturkundliche und historische Exkursionen in die abwechslungsreiche Umgebung.
Zur genauen Beschreibung für diese Tour im Mai 2005.
Zur genauen Beschreibung für diese Tour im September 2005.
Tengiz und Korgal´zhiner Seen

© ll, Rosaflamingo am Tengiz
Der Tengiz (= Meer) ist ein 1.500 Quadratkilometer großer Steppenendsee, das heißt, er hat keinen Abfluss. Er wird von der Nura gespeist, sein Wasser ist salzhaltig. Die ihm vorgelagerten Seen von Korgal´zhin sind Süßwasserseen; sie sind in ein riesiges Meer von Schilf eingebettet, das die Heimat Zehntausender Wasservögel ist. Fast 330 regelmäßig vorkommende und durchziehende Vogelarten haben die Ornithologen hier gezählt, davon 20 global vom Aussterben bedrohte Arten.
Auf dem Tengiz befindet sich das nördlichste und größte Vorkommen des Rosaflamingos weltweit, bis zu 14.000 Paare nisten in den Kolonien draußen auf dem See. Auf dem Sultankeldy-See kann man Krauskopfpelikane und Kormorane beim gemeinsamen Fischen beobachten. Jungfernkranich, Silberreiher, große und kleine Rohrdommel, Kampfläufer, Dutzende Gänse- und Entenarten (darunter die seltene Weißkopf-Ruderente), viele Arten von Limikolen, Steppenkiebitz und Mohrenlerche und nicht zuletzt zahlreiche Greifvogelarten wie Kornweihe, Adlerbussard, Rötelfalke und Steppenadler bevölkern das Reservat – ein Dorado für Ornithologen. Aber auch andere Tiere kommen hier vor: Wölfe, Füchse und Dachse, Murmeltiere, Gelbziesel und Springmäuse, einige Exemplare der seltenen Saigas. In der Federgrassteppe gibt es über 300 Pflanzenarten.
Die Mitarbeiter des Schutzgebietes sind darauf eingestellt, Naturfreunden im Allgemeinen und Vogelfreunden im Besonderen einen individuellen Urlaub zu organisieren. Die Saison beginnt mit der Tulpenblüte in der Steppe Ende April / Anfang Mai und endet mit dem eindrucksvollen Herbstvogelzug Mitte / Ende September.
Individualreisende und kleine Gruppen bis zwölf Personen können sowohl in Korgal´zhin unterkommen, dem Verwaltungszentrum des Schutzgebietes, als auch in Karazhar, einem winzigen Ort im Schutzgebiet selbst. In Korgal´zhin, einer ländlichen Siedlung mit 6.000 Einwohnern, kommt man nach vorheriger Anmeldung in einer der beiden freundlichen Familienpensionen unter. Es lohnt sich auf jeden Fall, hier ein bis zwei Tage zu verweilen, um das Museum des Schutzgebietes mit einer sehr guten Vogelsammlung anzuschauen und sich von den Mitarbeitern über die Arbeit des Zentrums aufklären zu lassen. In Karazhar gibt es ein Gästehaus, einige Bungalows und eine Jurte, Gemeinschaftsdusche und Sauna sind vorhanden, auf Wunsch wird man vollständig verpflegt. Außer geführten ornithologischen Exkursionen in deutscher Sprache werden auf Wunsch Bootsfahrten und Angeltouren (außerhalb des Schutzgebietes) organisiert. Die Gruppengröße für die Exkursionen sollte sechs bis acht Personen nicht übersteigen, da nur zwei Jeeps vorhanden sind. Die Preise für Übernachtung, Verpflegung und Begleitung sind moderat.
Zur genauen Beschreibung für diese Tour im Mai 2005.
Altyn Emel´ und Nördlicher Tien Schan

© ll, Waldohreule
Nördlich von Almaty, zwischen dem Fluss Ile und den Ausläufern des Zhongar Alatau, liegt das Reservat Altyn Emel´. Hier lassen sich in einer bizarren, von Trockenheit geprägten Landschaft neben typischen Steppen- und Wüstenvögeln auch Bewohner ufernaher Bereiche beobachten.
Auch interessante Vierbeiner gibt es zu sehen: Kulane, eine vom Ausserben bedrohte Wildeselart, und Dzhejrane, persische Gazellen, außerdem mit viel Glück sibirische Steinböcke und die seltenen Argali-Schnneschafe (Archare). Eine Woche in den Lodges im Reservat wird komplettiert mit fünf Tagen Kontrastprogramm in den auf den Hochgebirgsmatten des Tien Schan. Termine auf Anfrage, Individualreisen sind möglich. Begleitung durch einen erfahrenen Ornithologen aus Almaty.
Die Seen der Alakol´- Senke

© ll, Mohrenlerche
In der Alakol´-Senke im äußersten Osten Kasachstans liegen, wie an einer Kette aufgereiht, vier Seen. Zwei große Seen – der Sasykkol´ (= der stinkende See!) und der Koschkarkol´ (= der Hammelsee), auch Ujaly (= Nistplatz) genannt, beide gespeist vom Fluss Tentek, der hier ein sumpfiges Delta bildet. Diese Gewässer sind wild, von Schilf umwuchert, umgeben von unzähligen kleinen Lachen, Tümpeln, Teichen. Krauskopf- und Rosapelikan nisten hier, zwei Trappenarten, Reliktmöwen, Jungfernkraniche, verschiedene Reiher und Taucher – insgesamt über 200 Vogelarten lassen sich an den Seen beobachten.
Ein kleiner See – sechs mal neun Kilometer, liegt direkt an der Grenze zu China. Er heißt Zhalanaschkol´ (= der nackte See). Seinem Wasser wird eine starke Heilkraft zugeschrieben, es enthält sehr viele Mineralien. Und schließlich ein sehr großer See, der Alakol´ (= der bunte See), 104 Kilometer lang und 54 Kilometer breit. Startpunkt für Exkursionen ist die Feriensiedlung Koktuma am Südufer das Alakol´. Eine Reise hierher kann gut mit einem Aufenthalt im Altyn Emel´ und in den Bergen des nödlichen Tienschan kombiniert werden. Termine auf Anfrage, Individualreisen sind möglich. Begleitung durch einen erfahrenen Ornithologen aus Almaty.