Der unbekannte Teil der Seidenstraße: Die Halbinsel Mangyschlak
Spuren der Vergangenheit, Sufi-Pilgerstätten, & surreale Wüstenlandschaften am Kaspischen Meer

© ds, Kreidefelsen von Bozzhira
Mangyschlak, die wüste Halbinsel am kasachischen Ostufer das Kaspischen Meeres, ist scheinbar aus Zeit und Raum gefallen. Bei den Fahrten über das fast menschenleere Land begegnet man fast nur Kamelen und Schildkröten. Hier und da ragt eine Nekropole wie eine Fata Morgana in den azurblauen Himmel. Das Meer umspült eine atemberaubend bizarre Landschaft aus Kreidefelsen und Canyons, Wüstendünen und weiten Steppenebenen.
Auf Mangyschlak kreuzten sich die Kulturen und Religionen. Sesshafte Turkmenen und nomadisierende Kasachen besiedelten die Halbinsel und hinterließen ihre Spuren. In den Sandsteinmassiven des Ustjurt-Plateaus findet man mit der Hilfe von Ortskundigen Reste von Karawansereien aus der Zeit der Seidenstraße und Meditationshöhlen der Sufis aus dem Mittelalter. Diese alten Gebetsstätten werden heute von Pilgern aufgesucht, in deren Gästehäusern man immer ein Dach über dem Kopf sowie Brot und Tee findet. Den Wert solcher elementarer Lebensgrundlagen lernt man in der fast wasserlosen Wüste mit jedem Tag mehr zu schätzen.
Diese Tour ist etwas für Entdecker und Puristen. Wir sind mit geländegängigen Fahrzeugen auf abenteuerlichen Pisten unterwegs. Touristisch ist Mangyschlak noch nicht erschlossen, in den wenigen Dörfern gibt es keine Hotels oder Herbergen. Deswegen werden wir in Zelten übernachten. Ein bisschen ähnelt unsere Reise den Wanderungen der Nomaden. Geben Sie sich für zwei Wochen diesem Dasein hin, genießen Sie die romantische Atmosphäre am Lagerfeuer und den sternenklaren Wüstenhimmel über einer großartigen und noch unberührten Landschaft.
Reisedetails
Zeitraum: 6. bis 20. Mai 2010
Teilnehmerzahl: 6 bis 14 Personen
Veranstalter: GO EAST (Hamburg) - Buchung und Kazachstanreizen (Holland) - Buchung, Info auch per E-Mail an Dagmar Schreiber.
Lokaler Partner: Informations- und Ressourcenzentrum Ökotourismus, Almaty
Lokale Reiseleitung: Andrey Astafjev, 46, Archäologe, seit 15 Jahren Erfahrung in der Begleitung von Gruppen
Für die Tour werden benötigt:
- Reisepass, der zum Zeitpunkt der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig ist
- Zelt & Isomatte (können auch ausgeliehen werden), Schlafsack, robuste Kleidung (laut empfohlener Packliste)
Leistungsumfang:
- Hilfe bei der Flugbuchung und Visabeschaffung,
- deutsch- oder englischsprachige Reiseleitung ab Aktau,
- alle Inlandstransfers (ca. 2300 km in guten 4x4),
- alle Eintritte,
- drei Hotelübernachtungen im DZ (EZ-Zuschlag 270 €),
- Vollpension (3 Mahlzeiten täglich, vornehmlich aus der Feldküche, ohne alkoholische Getränke)
Preis: ab 1668 € *
* Der genannte Reisepreis ist vorläufig und orientiert sich am gegenwärtigen Wechselkurs und Preisniveau (Dezember 2009) in Kasachstan. Infolge der Wechselkurs- und Preisschwankungen kann er sich noch geringfügig ändern.
Nicht im Preis enthalten:
- Visum,
- Flugtickets (ab 600 €),
- Reisekrankenversicherung (ab 10 €),
- Ausleihgebühren für Zelt und Isomatte (60 €)
Reiseverlauf
Tag |
Beschreibung |
|---|---|
| Flug Deutschland – Moskau – Aktau (Transaero) | |
| 1 | Ankunft in Aktau, Transfer zum *****Hotel MARRIOTT Renaissance, Freizeit |
| 2 | Frühstück im Hotel. Heute haben wir zum Auftakt gleich die längste Etappe zu bewältigen. Es geht nach Südosten, weit ins Landesinnere hinein, über die Erdölstadt Zhanga Özen und das Wüstendorf Senek durch surreale Landschaften zum Plateau Ustjurt. Mittagessen unterwegs in Zhanga Özen. Unser Zeltlager schlagen wir abends am Steilufer des Salzsees Kenderli unweit der Grenze zu Turkmenistan auf, mit Blick auf die Felsformation Usch Batyr in der Mitte des Sees. Am Lagerfeuer wird für uns ein zünftiger Schaschlyk gebraten. ÜN in Zelten. Ca. 380 km |
| 3 | Nach dem Frühstück und einem Spaziergang zum Ufer des riesigen Salzsees fahren wir am späten Vormittag weiter zum höchsten Punkt des Ustjurt-Plateaus, Kök Ösem. Mittagessen unterwegs in einem Kamelzüchterdorf. Unser Lager schlagen wir neben einem ehemaligen Wachposten des Naturschutzgebietes an einer windgeschützten Stelle an einem der hier seltenen Brunnen auf. Möglichkeit zu Spaziergängen. Ca. 100 km ![]() © ds, Strand am Kaspischen Meer |
| 4 | Nach dem Frühstück fahren wir eine kurze Strecke zu einem atemberaubenden Aussichtspunkt auf dem Ustjurt-Plateau. Wer gut zu Fuß ist, kann mit unserem Guide einen Abstieg zu besonders interessanten Felsformationen wagen. Weiterfahrt zu einem der malerischsten Orte des Plateaus, der weißen Felsformation Bozzhira. Picknick unterwegs. Die Zelte bauen wir heute am Rand des Plateaus auf, die untergehende Sonne beleuchtet eine märchenhaft schöne, zerklüftete Wüstenlandschaft. Ca. 100 km |
| 5 | Am Morgen besuchen wir die erste Sufi-Höhle, Beket Ata, sowie das dazugehörige Gästehaus. Wir werden hier mit Brot und Tee bewirtet und in die Geschichte des Sufismus die synkretistischen Glaubensvorstellungen der einheimischen Bevölkerung.eingeführt. Wir passieren den markanten Einzelberg Bokhty und fahren über das Wüstendorf Senek nach Zhanga Özen, wo wir unsere Proviantvorräte auffüllen und ein spätes Mittagessen einnehmen. Unser heutiges Zeltlager steht mitten in der Grassteppe unweit eines Kamelzüchterlagers. Ca. 220 km |
| 6 | Fahrt durch die blühende Steppe, hier und da weiden Kamele, Pferde und gemischte Schaf- und Ziegenherden. Die Hirten dösen neben ihren Pferden. Wir erklimmen abermals das Ustjurt-Plateau und machen Picknick an einer Stelle mit besonders schöner Aussicht auf die zerklüfteten Felsvorsprünge und den Salzsee Tuzbair. Je nach Wunsch und Kondition Wanderung mit Klettereinlagen durch die Cliffs oder Fahrt zum heutigen Rastplatz auf dem Plateau. Spektakuläre Aussicht. Lagerfeuer mit Schaschlyk, ÜN in Zelten. Ca. 100 km. |
| 7 | Wir verlassen endgültig das Plateau Ustjurt. Nach einem zeitigen Frühstück fahren wir nach Schetpe, eine Kleinstadt mit Wild-Ost-Charakter. Hier kaufen wir ein und essen zu Mittag. Der zweite Teil unserer Tour führt uns durch die Berge Karatau. Heute schlagen wir das Lager unweit der Ausgrabungsstätte der alten Karawanenstadt Kyzyl Kala auf, am Fuße des eindrucksvollen Berges Scherkhala. Nachmittages fahren wir von hier zu einem Bach mit Wasserfall und können mal wieder „richtig duschen“. Unweit dieses Ortes besichtigen wir die farbenfrohen Lehmformationen von Kokala, die im Abendlicht wunderbar zur Geltung kommen und zum Klettern einladen. Abendessen und ÜN in Zelten. Ca. 160 km |
| 8 | Morgens bleiben wir in der Nähe des Berges Scherkhala, um mehr über die Geschichte dieses Ortes und der benachbarten Ausgrabungsstätte Kyzyl Kala zu erfahren und den markanten Wüstenberg auf uns wirken zu lassen. Mittagessen. Nachmittags fahren wir in das Gebiet Akmyschtau (Tal der Schlösser), zu einer atemberaubend schönen Formation von Sedimentfelsen, die ein weites Tal umgeben. Wir besteigen einen der eindrucksvollen felsigen Berge, den Tomalak, um die herrliche Aussicht über die menschenleeren Weiten zu genießen. Rückkehr zum Camp am Berg Scherkhala, hier Abendessen und ÜN. Ca. 50 km ![]() © ds, Akmyshtau ![]() © aj, Tal der Schlösser - Akmyshtau |
| 9 | Wir passieren das Oasendorf Schair und fahren auf dem ausgetrockneten Grund eines weiteren Salzsees zu den Konkretionen von Tauschik, riesigen kugelförmigen Sedimenten vom Grund des Meeres, welches diese Gegend von Jahrmillionen bedeckte. Sie säumen zu Hunderten unseren Weg. In Tauschik kaufen wir Vorräte für die letzten drei Tage der Tour ein. Weiterfahrt durch den Canyon Schakpak-atasay. Abendessen und ÜN in Zelten am Fuße bizarrer Kreidefelsen im Canyon. Ca. 90 km |
| 10 | Nach dem Frühstück Aufbruch und kurze Fahrt zur unterirdischen Pilgerstätte Schakpak Ata in der Nähe des Kaspischen Meeres. Bei deren Besichtigung erfahren wir Interessantes über die vermutlich Ursprünge dieser in den Felsen gehauenen Zuflucht. Weiterfahrt und kurze Pause am Rand des Kreidecanyons Kapamsay. Wir besichtigen drei benachbarte Nekropolen mit interessanten Mausoleen und Grabsteinen und werden in die Symbolik der Grabmale eingeweiht. Wir fahren dann zur einer kurzen Besichtigung der Pilgerstätte Sultan Epe am gleichnamigen Canyon. Hier werden wir vom „Hüter der Lampe“ (dem Hausherrn der Pilgerherberge) zu den heiligen Stätten geführt. Picknick und Weiterfahrt zum Strand von Zhyghylghan. Unsere Zelte schlagen wir heute an einer sandigen Bucht des Kaspischen Meeres auf. Bei gutem, durchschnittlichem Maiwetter können wir baden, das Wasser hat ca. 18 Grad. ÜN in Zelten. Ca. 90 km |
| 11 | Unser Camp bleibt am Ort. Halbtageswanderung zum Felsenabbruch von Zhyghylghan - wir sehen die versteinerten Spuren von Urwildpferden und großen Raubkatzen, sie sind Millionen von Jahren alt und haben sich sehr deutlich erhalten. Nach dem Mittagessen am Strand Freizeit und Möglichkeit zum Baden. Ca. 10 km |
| 12 | Auf einem flachen Steppenplateau fahren wir zum nordwestlichsten Punkt der Halbinsel Mangyschlak, nach Bautino. In diesem ehemaligen Fischerdorf dominiert heute die Erdölindustrie. Eine schöne Bucht wird zum Hafen und technischen Stützpunkt für die Plattformen des Schelfs ausgebaut. Unserem Mittagessen in einer Pizzeria für die vornehmlich ausländischen Ingenieure tut das keinen Abbruch. Anschließend besuchen wir das Heimatkundemuseum und die Gedenkstätte für Taraz Schewtschenko in Fort Schevtschenko, einer ehemals russischen Ansiedlung. Rückkehr nach Aktau, in die Zivilisation. Freizeit und gemeinsames Abendessen in einem Restaurant mit Meerblick. ÜN im *****Hotel MARRIOTT Renaissance. Ca. 140 km |
| 13 | Stadtspaziergang, Besuch des Ethnografischen Museums, Freizeit. ÜN im *****Hotel MARRIOTT Renaissance (Dieser Tag ist auch als Puffertag für eventuelle Änderungen vorgesehen.) |
| 14 | Morgens Rückflug Aktau – Moskau – Deutschland (Transaero) ![]() © aj, sogdianische Tulpen blühen mitten in der Wüste ![]() © ds, Berg Bokhty |
Achtung: Je nach Flugplan kann es zu geringfügigen Verschiebungen kommen.




